Schokoladen Sorten der Welt – Nachhaltig, Fair und Bio

Milchschokolade – der Klassiker

Der absolute Klassiker unter den Schokoladen ist die Milchschokolade. Die kennt man als zarte Variante im Pralinengeschenk, Adventskalender oder einfach nur als 100 Gramm Tafel. Zusätzlich zu der Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker, wie bei Bitterschokolade, enthält Milchschokolade noch einen Milchanteil. Dieser ist je nachdem welche Art von Milch verwendet wird auch namensgebend für Milch-, Rahm, Alpenvollmilch- oder Vollmilchschokolade. Durch die Kombination mit Milch erhält die Schokolade einen leichten Geschmack mit cremiger Konsistenz und einer hellbraunen Farbe. Die bitteren Noten der Kakaobohne sind hier nur sehr leicht zu erschmecken. Aber grade deshalb ist diese sanfte Art der Schokolade vor allem bei Kindern sehr beliebt geworden. Tatsächlich enthält jegliche Milchschokolade mindestens 30% Kakao und ebenso mindestens 18% Milchpulver und erhält so ihren charakteristischen Geschmack.
Schon am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Milchschokolade erfunden. Die ursprüngliche Erfindung von der Dresdener Firma Jordan & Timaeus im Jahr 1916 war mit Eselsmilch und wohl eher grobkörnige Schokolade nicht mit einer zartschmelzenden Schokolade eines heutigen Chocolatiers zu vergleichen. Aber dennoch hatte er einen enorm wichtigen Grundstein für alle heutigen Schokoladengenießer gelegt. Später, im Jahr 1876 kreierte dann Daniel Peters in der Schweiz die erste Schokolade mit Milchpulver, was sich deutlich besser verarbeiten ließ und dadurch die Herstellung in größerem Maßstab und die Verbreitung von Schokoladengenuss in alle Welt möglich gemacht hat

Weiße – die Cremefarbige Helle

Der Name „Weiße Schokolade“ ist eigentlich irreführend, da eine echte Weiße Schokolade eher cremefarben und leicht gelblich ist. Der Farbton entsteht durch den hohen Anteil an Kakaobutter, die natürlicherweise leicht gelb ist. In unserer Schokolade ist diese Farbe tatsächlich auch immer unverfälscht, denn durch die EU Kakao- und Schokolade Erzeugnis Verordnung sind Farbstoffe in weißer Schokolade nicht erlaubt. Also können wir uns auch bei der schönsten gelblichen Schokolade sicher sein, dass die Farbe nur von der Kakaopflanze selbst kommt.
Ursprünglich wurde die ungewöhnliche helle Schoko Kreation in den Vereinigten Staaten erfunden, auch wenn nicht genau geklärt ist, wer der originelle Kopf war. Die ersten Tafeln im großen also industriellen Maßstab wurden dann in den 1930er Jahren von der Firma Nestlé hergestellt.
Die cremefarbige Schokolade wie wir sie heute kennen, durfte lange Zeit vom Hersteller überhaupt nicht Schokolade heißen. Ohne den entsprechenden Anteil an Kakaopulver war die Weiße Tafel offiziell lange Zeit einfach gar keine Schokolade. Das lag an den strikten behördlichen Normen, die einen Anteil von Kakaomasse als Bedingung für Schokolade definierten.
Als dann schon alle lange von weißer Schokolade geredet haben gibt es dann seit dem Jahr 2000 aber auch endlich einen neue angepasste gesetzliche Bestimmung. So darf heute letztendlich auch Weiße Schokolade als solche bezeichnet und verkauft werden. Dafür muss Sie nur mindestens 20% reine Kakaobutter und mindestens 14% Milchpulver enthalten.
Für die besondere Verfeinerung des leichten Geschmacks verwenden Chocolatiers bei vielen Sorten der Kakaobutter Schokolade zusätzlich Vanille.

Ruby – die Pinke

Ruby Schokolade hat ihren Namen von ihrem charakteristischen rosa Farbton, der sich aus dem Englischen von der Farbe der Rubin Edelsteine ableitet. Auch wenn die Farbe nicht nach natürlicher Schokolade aussieht soll laut dem Hersteller Barry Callebaut tatsächlich alles natürlich und ohne künstliche Farb- und Geschmacksstoffe entstanden sein. Im Weiteren des Artikels erklären wir wie die rote Farbe natürlicherweise in die Ruby Schokolade kommt.
Die Pinke Schokolade erinnert durch ihre blasse Färbung leicht an ihre cremefarbene Verwandte. Laut dem Erfinder Chocolatier soll dafür spezielle eine eigene Kakao Sorte gefunden worden sein. Der Geschmack der rosaroten Leckerei soll an Beeren erinnern und dabei sauer und gleichzeitig süß schmecken ohne die sonst für Schokolade typischen bitteren Noten zu enthalten.
Wie die ungewöhnlich gefärbte Schokolade hergestellt wird ist bisher eigentlich noch ein Geschäftsgeheimnis. Von Kennern und Insidern der Branche gibt es aber schon einige Vermutungen.
Es wird vermutet, dass die Kakaobohnen für die Herstellung der Ruby Schokolade nicht so lange oder überhaupt gar nicht erst fermentiert werden. Dadurch bleibe wohl mehr von dem roten natürlichen Farbstoff der Bohne in der Ruby Schokolade erhalten. Eine Patentanmeldung von Barry Callebaut aus dem Jahr 2008 scheint zu bestätigen, dass so etwas hinter der ungewöhnlichen Ruby Schokolade steckt.
Bei sogenanntem rohem Kakao wird auf die Röstung und somit die Erhitzung der Bohne mitsamt ihrer Inhaltsstoffe verzichtet. Die Fermentierung aus dem Prozess wegzulassen ist jedoch höchst ungewöhnlich, weil sie maßgeblich für die Geschmacksentwicklung des Kakaos und somit der späteren Schokolade verantwortlich ist.
Die Ruby Schokolade wird, neben Weißer-, Milch- und Bitterschokolade, schon als vierter Schokoladentyp beworben. Bisher ist das aber erst mal hauptsächlich Eigenwerbung und geschicktes Marketing des Herstellers. Aber vielleicht etabliert sich mit der Zeit die neue „Sorte“ ähnlich, wie es mit der Weißen Schokolade im Laufe der Jahre auch passiert ist. Da kommt sicherlich auch darauf an, wie gut die Schokolade bei uns Konsumenten ankommt.