Moschee und Kathedrale in Abidjan

Wie steht’s eigentlich mit den Religionen, Atheismus und Naturglauben in der Elfenbeinküste? Für einen kleinen Eindruck gibt’s ein paar Fotos für euch aus Abidjan von der Saint-Paul Kathedrale und der Moschee Salam du Plateau.

Muslime und Christen Afrika

Durch die Missionierungen aus Europa hat sich vor allem während der Kolonialzeit das Christentum in Afrika ausgebreitet. Im südlichen Teil des afrikanischen Kontinents ist das auch immer noch die wichtigste Religion. Im nördlichen Afrika hat sich dann später der Islam als wichtigste Religion bis heute etabliert.

Religionen in der Elfenbeinküste

In der Elfenbeinküste gibt es dann eine ganz interessante Mischung zwischen Christentum und Islam, weil die Menschen in den Küstenbereichen eher christlich geprägt sind aber die ethnischen Gruppen im Landesinnere zur Sahara/zum Norden hin hauptsächlich muslimisch sind. In den großen Städten mischen sich dann die Religionen total stark und dann gibt’s eine ganz nette Mischung, die hier auch total entspannt funktioniert.

Anteil der Religionen in der Elfenbeinküste
Anteil der Religionen in der Elfenbeinküste. Volkszählung, 2014

Neben vielen Christen und Muslimen gibt’s auch überraschend viele Atheisten, was ich nicht gedacht hätte, weil hier Religion so stark durch die komplette Gesellschaft durch gelebt wird. Das merkt man grade immer dann, wenn mal wieder jemand auf der Straße rumschreit (wahlweise mit Mikro und tragbarem Lautsprecher) und man nicht direkt versteht was los ist, bis man dann die religiösen Phrasen versteht.

Faszinierend ist der Animismus, auch wenn dem nur ein kleiner Teil der Bevölkerung angehört. Das ist ein Überbegriff für die Glaubensrichtung, dass alles in einer Form eine Seele hat und deswegen auch viel mit Naturgeistern, Masken und Schamanen zu tun hat.

Der Animismus ist anscheinend eine der frühsten Form von Spiritualität und ein ursprünglicher Glauben vieler Naturvölker. Das wird als Gedanke dann besonders spannend, wenn man sich vorstellt wie viel das über die ursprünglichen Vorstellungen der Volksgruppen vor der Missionierung durch das Christentum und den Islam aussagt.

Moschee Abidjan, Plateau

Moschee Salam du Plateau, Abidjan
Moschee Salam du Plateau, Abidjan

„Salam du Plateau“ bedeutet so viel wie Friede vom Plateau, was ein zentrales Viertel von Abidjan ist. An der Moschee haben sie viel in der ersten Bauphase zwischen 1996 und 2007 rumgebaut aber anscheinend dann auch später 2012 wieder weitergebaut. Jetzt sieht sie auf jeden Fall fertig aus, also sind wir mal da hin gefahren zum Besichtigen.

Willkommen beim Imam

Minarett Moschee Salam du Plateau, Abidjan
Minarett Moschee Salam du Plateau, Abidjan

Der Minarett Turm fällt mit seinen 65m Höhe zwischen den restlichen hohen Bürogebäuden in Abidjan gar nicht wirklich auf, ist aber dann schon wegen der Größe schwierig aufs Foto zu bekommen.

Blick Moschee Salam du Plateau, Abidjan
Blick Moschee Salam du Plateau, Abidjan

Die Moschee ist auf einer kleinen Erhebung und das Treppengeländer erinnert mich witzigerweise ziemlich stark an Schwimmbadfliesen mit den kleinen dunkelblauen Kacheln.

Aufgang Moschee Salam du Plateau, Abidjan
Aufgang Moschee Salam du Plateau, Abidjan

Wir kommen dann dummerweise erst gar nicht in die Moschee rein, weil die einfach zu ist. Klar hätten wir auch mal dran denken können, dass Freitag der heilige Tag der Muslime ist… Uns sagen die Wachleute auch direkt, dass sie wirklich zu ist. Aber als wir dann lange genug und die Mosche angucken und uns offensichtlich wirklich dafür interessieren kommt dann nach kurzer Zeit von irgendwo ein super freundlicher Imam an.

Innenraum Moschee Salam du Plateau, Abidjan
Innenraum Moschee Salam du Plateau, Abidjan

Kurz die Schuhe ausgezogen, die Haare der Mädels in der Gruppe schnell mit einem Schal bedeckt und schon gibt’s eine kleine Privatführung auf rotem Samtteppich.

Saint-Paul Kathedrale Abidjan

Kreuz, Saint-Paul Kathedrale Abidjan
Kreuz, Saint-Paul Kathedrale Abidjan

In Abidjan sticht aus dem Stadtbild ein bisschen ein großes Kreuz heraus. Wegen den verbindenden Stahlseilen dachte ich zuerst, dass es ein Brückenpfeiler von einer großen Hängebrücke ist, die grade gebaut wird… aber Architektur ist ja auch nicht ganz mein Metier :-D. Aus der richtigen Perspektive erkennt man dann eigentlich mit dem richtigen Kontext auch schnell das große Kreuz.

Die Kathedrale wurde von einem italienische Architekten Aldo Spirito geplant und 1980 – 1985 dann am Rand vom Geschäfts- und Bankenviertel Plateau gebaut. Wenn man mit dem Auto auf den großen Straßen ins Plateau fährt sieht man direkt die von grünem Rasen umgebene Kathedrale.

Geschwungene Bögen, Saint-Paul Kathedrale, Abidjan
Geschwungene Bögen, Saint-Paul Kathedrale, Abidjan

Neben dem massiven Kreuz ist der Rest und die Türbögen ganz nett mit geschwungenen Bögen gebaut.

Saint-Paul Kathedrale Abidjan
Saint-Paul Kathedrale Abidjan

Zuerst konnten wir auch nicht in die Kathedrale rein, weil die grade mitten in einer Zeremonie waren. Aber auch hier hatten wir dann ein bisschen Glück, dass wir nach der Zeremonie noch rein gucken konnten.

Seitenfenster Schiff, Saint-Paul Kathedrale Abidjan
Seitenfenster Schiff, Saint-Paul Kathedrale Abidjan

In der Kathedrale drin sind dann zwei große schön bunte geschwungene Seitenfenster. In dem Kirchenfenster vom Titelbild ist einfach mal die christliche Missionierung von halbnackten Afrikanern dargestellt. Die ganze Geschichte der christlichen Missionierung/Kolonialisierung ist hier innerhalb der Kirche anscheinend echt positiv genug besetzt um die Kirche damit zu schmücken…