Im Land der Sherpa

Bei dem Wort Sherpa denken wir schnell an die Bergführer auf irgendwelchen Expeditionen im Himalaya. Einige denken vielleicht auch an Berichte über absurde Bergsteigeraktionen wo Sherpas für gut bezahlende Touristen sterben. Sherpa bedeutet aber auch noch etwas ganz anderes. Sherpa ist eine eigene Ethnie und Sprache.


Sherpa Mädchen, Nepal
Sherpa Mädchen, Nepal

In Nepal leben weltweit die meisten Sherpas. Die wohnen natürlich auch schon lange nicht mehr alle in den Bergdörfern des Himalaya Gebirges sondern in der Hauptstadt Kathmandu. Sherpas sind jetzt natürlich auch nicht alles super Bergsteiger auch wenn die Bergführer im Himalaya auffällig oft Sherpas sind. Anscheinend gibt es aber tatsächlich eine genetische Mutation, die es den Sherpas und anderen Bergvölkern aus der Gegend deutlich einfacher macht mit Sauerstoffmangel zurecht zu kommen.

Sherpa Bergdörfer

Sherpa Haus, Nepal
Sherpa Haus, Nepal

Und wie leben die Sherpas in den Bergen heutzutage? Sehr hübsche Häuser haben sie auf jeden Fall. Oft sieht man Häuser mit knallig blauen Fensterrahmen wie in manchen mediterranen Fischerdörfern. Dann mal wieder sind die Häuser voll mit aufwändigen und bunten Holzverzierungen. Was auch schon viel bei den verzierten Holztüren in Kathmandu aufgefallen ist bestätigt sich spätestens bei den Häusern der Sherpas.

Holz Sägen im Himalaya Gebirge, Nepal
Holz Sägen im Himalaya Gebirge, Nepal

In Napal weiß man ohne Zweifel gut mit Holz umzugehen. Trotzdem überraschend, dass die Bretter per Hand gesägt wurden.

Flughafen im Himalaya Gebirge, Nepal
Flughafen im Himalaya Gebirge, Nepal

Im Himalaya gibt es eine erstaunlich gute Flughafen Infrastruktur. Die Flughäfen bestehen eigentlich nur aus einer kurzen Landebahn, einem ziemlich kleinen Gebäude und vielleicht noch einem Platz um ein Flugzeug neben der Landebahn abzustellen. Der Zaun um das Gelände ist so etwa auf der Hälfte der Strecke nicht wirklich vorhanden, aber an den wichtigsten Stellen symbolisiert er zumindest, dass man nicht einfach auf den Flugplatz laufen sollte. Die ganze Rumfliegerei existiert aber wahrscheinlich sowieso eher für die Bersteigtouristen als für die lokale Bevölkerung. Aber immerhin gibt es hiermit die Möglichkeit für irgendwelche Notfälle.

Terrassen Felder und Yaks

Flusstal im Himalaya bei den Sherpas
Flusstal im Himalaya bei den Sherpas
Sherpa Häuser und Terrassen Felder, Nepal
Sherpa Häuser und Terrassen Felder, Nepal

Gebirgsflüsse schlängeln sich mit ihren felsigen Flussbetten durch die Landschaft. Überall führen kleine Brücken aus Stein und Holz über die Flüsse, die jetzt so ohne viel Schmelzwasser absolut harmlos aussehen. Die Berghänge sind übersät mit Terrassen, Feldern und den typischen Sherpa Häusern mit blauen Dächern.

Sherpa Terrassen Landwirtschaft mit Yak Pflug
Sherpa Terrassen Landwirtschaft mit Yak Pflug

Die Menschen, die hier in den Bergdörfern jetzt noch leben sind häufig Landwirte, die mit einfachen Methoden an den vielen Hängen auf Terrassen Kartoffeln, Mais, Kohl und Zwiebeln für die Selbstversorgung anbauen. Durch die vielen Terrassen ist es natürlich auch irgendwie schwierig mit Maschinen zu arbeiten. Gepflügt wird dann halt mit einem Yak und Kompost und Mist werden per Hand mit großen Körben auf die Felder getragen. Die Haufen bilden dann in der Ferne in regelmäßigen Abständen dunkle Flecken auf den Feldern.

Maisernte im Himalaya Gebirge
Maisernte im Himalaya Gebirge

Die Felder wurden grade auf die nächste Saat vorbereitet. Nur ab und zu waren ein paar Überreste von Kohl noch neben ein paar Zwiebelfeldern zu sehen. Mais ist anscheinend auch sehr beliebt, überall findet sich die hängende Maisernte am Trocknen und dann gibt’s ab und zu Popcorn.

Sherpa Yak Hirten Himalaya, Nepal
Sherpa Yak Hirten Himalaya, Nepal
Yak Einzäunung bei den Sherpas im Himalaya
Yak Einzäunung bei den Sherpas im Himalaya

Einige der Menschen hier halten auch Yaks, die regelmäßig zur Saison auf die Berge zum Weiden getrieben werden. Wenn das Gras dann ein bisschen grüner wird kommen auch die Hütten und Yak Pferche weiter oben auf den Bergen in Benutzung. Oft sind die Tiere keine richtigen Yaks sondern Kreuzungen mit Rindern, die einfacher zu handhaben sind. Die heißen dann witziger Weise Cocktails.