Reise ins Himalaya durch die Rhododendron Wälder von Nepal

Von Nepals Hauptstadt Kathmandu aus kommt man wohl am schnellsten mit dem Flugzeug ins Himalaya. Aber dann sieht man ja unterwegs nichts von den abenteuerlichen Straßen und Dörfern. Die kleinen Gaststätten für Mittagessen und Tee verpasst man dann auch – Also wer will das schon. Los geht’s mit dem Minibus!

Mit dem Minibus die Serpentinen hoch

Für 130 Kilometer Luftlinie braucht man hier stolze 12 Stunden Fahrt. Zwar inklusive Frühstücks und Mittagspause aber trotzdem beachtlich.

Tata Kleinbus, Nepal
Tata Kleinbus, Nepal

Von 1400 Höhenmetern in Kathmandu fahren wir in unserem Minibus erst einmal ein paar Stunden hoch auf einen Bergkamm. Ab und zu gibt es Polizei Checkpunkte am Straßenrand. Tatsächlich wird da die Geschwindigkeit kontrolliert, aber nicht mit einem Blitzer sondern mit einem Zettel… Jeder Fahrer hat einen und muss sich immer seine aktuellen Zeiten eintragen lassen. So kann man zwar sehen, ob er im Durchschnitt zu schnell gefahren ist aber jetzt eher nicht wie lange er im letzten Dorf vor dem Checkpoint Pause gemacht hat.

Nepalesischer Tata Lastkraftwagen
Nepalesischer Tata Lastkraftwagen

Die Straßen, die hier den Berg hochführen sind voll von nepalesischen LKWs, das sind aber nicht nur irgendwelche Laster. Die sehen eigentlich aus wie Zirkusfahrzeuge. Wie auch unser Minibus sind das fast alles Autos vom indischen Hersteller Tata.

Flussdurchquerung im Himalaya Gebirge, Nepal
Flussdurchquerung im Himalaya Gebirge, Nepal

Es ist genial erstaunlich, wie die Autos fast problemlos durch die heftigen Schlaglöcher und durch die Flussbetten fahren. Dank Allrad, Blattfedern und einer anscheinenden Philosophie zur Haltbarkeit ihrer Autos kommen wir erstaunlich gut durch alles Mögliche durch.

Toilette mit Aussicht
Toilette mit Aussicht

Nach einer Pinkelpause mit nicht schlechtem Königsausblick geht’s dann erstmal in Serpentinen langsam wieder Berg abwärts. Wir sind inzwischen so weit runtergefahren, dass wir bei der Überquerung eines riesen Flusses nur noch auf 400 Höhenmetern sind.

Anschließend geht es stundenlang nur noch Bergauf bis wir am Abend auf 2500 Meter an unserem Ziel für die Nacht ankommen. Da gibt’s witziger Weise direkt im Dorf einen Mini Flughafen. Man hätte also wirklich direkt fliegen können.

Wandern im Himalaya immer Richtung Mount Everest

Treppe in den Himalaya Bergen, Nepal
Treppe in den Himalaya Bergen, Nepal

Weiter Richtung Himalaya gehen wir dann zu Fuß. Wir wandern über total akkurat gepflasterte Wege durch die Dörfer. Aber auch außerhalb der Dörfer sind oft super schöne Treppen sogar mit Geländer aus Stein in die Felsen gebaut. Wer auch immer sich da die Mühe gemacht hat muss verdammt viel Geduld gehabt haben und vor allem einen guten Sinn für die lange Erhaltung von solchen Wegen. Vielleicht waren es ja die buddhistischen Mönche aus den nahen Bergen…

Flusslauf im Himalaya Gebirge, Nepal
Flusslauf im Himalaya Gebirge, Nepal

Es geht weiter durch kleine Flusstäler, die weiter unten noch viel mit Kies gefüllt waren. Umso weiter wir aber hochkraxeln desto fettere Findlinge liegen im glasklaren Fluss.

Tibetdogge, Do Khyi im Himalaya Gebirge, Nepal
Tibetdogge, Do Khyi im Himalaya Gebirge, Nepal

Aus einem der umliegenden Kloster haben wir mit einem tibetanischen Hütehund einen neuen Freund, der sich spontan entschlossen hat uns auf unserer mehrtägigen Wanderung zu begleiten. Ein ziemlich entspanntes Tier mit Spaß am Bergsteigen.

In den Rhododendron Wäldern

Rhododendron Wald Himalaya, Nepal
Rhododendron Wald Himalaya, Nepal

Auf unserem Weg weiter in die Berge stoßen wir auf immer mehr Rhododendron. Das sind diese immergrünen schön blühenden Büsche, die man sonst eher von der Oma oder vom Friedhof kennt.

Altere Rhododendron Baum im Himalaya, Nepal
Altere Rhododendron Baum im Himalaya, Nepal

Hier aus den Himalaya Bergen kommen die tatsächlich her. Und wenn man ein bisschen drauf achtet sieht man auch, dass hier erstaunlich viele Arten vorkommen. Quasi auf jeder Höhe gibt es eigene Arten. Und dann teilen sie sich auch noch ihre ökologische Nische auf indem manche Arten groß wie Bäume werden und andere grade so über Kniehöhe kommen.

Roter Rhododendron Stamm im Himalaya, Nepal
Roter Rhododendron Stamm im Himalaya, Nepal

So wandern wir dann also durch richtige Rhododendron Wälder gemischt mit Himalaya Tannen. Die Rhododendron Stämme tauchen den Wald in ein kitschiges Rosarot und die Sonnenstrahlen lassen das Ganze dann nach Tannen riechen – eigentlich nicht schlecht.

Rote Flechte Himalaya
Rote Flechte Himalaya

In diesem Land ist rot anscheinend nicht nur bei den Menschen eine beliebte Farbe, sogar die Flechten können hier ziemlich rot sein.

Im Himalaya Gebirge

Wanderweg Himalaya Gebirge, Nepal
Wanderweg Himalaya Gebirge, Nepal

Ich wundere mich, weil wir selbst hier oben in den Bergen immer noch auf Gegenden treffen, wo einem der feine Staub in die Nase fliegt. In dem alljährigen Monsun Extremregen müsste doch der ganze Staub den Berg runtergewaschen werden.

Himalaya Gebirge, Nepal
Himalaya Gebirge, Nepal
Wandern im Himalaya Gebirge, Nepal
Wandern im Himalaya Gebirge, Nepal

Weiter oben treffen wir auf die verfallenden Steinhütten von Yak Hirten. Hier gibt’s ein Picknick mit Yak Käse und Sherpa Brot und dazu eine geniale Aussicht.

Berghütte im Himalaya, Nepal
Berghütte im Himalaya, Nepal
Yak im Himalaya Gebirge, Nepal
Yak im Himalaya Gebirge, Nepal

Wir kommen am Hang vor unserem 4000 Meter Berg an. Von seiner Spitze wollen wir am nächsten Morgen den Mount Everest sehen, wenn das Wetter mitspielt. Hier an der Hütte laufen uns dann auch die ersten Yaks über den Weg. Die werden hier von den Sherpas gehalten.

Am nächsten Morgen geht es dann zum Sonnenaufgang auf den großen Berg. Schon auf dem Weg sind ein paar Wolken zu viel in der Richtung, wo sich irgendwo in der Ferne der Mount Everest befindet.

Bergsteigen im Himalaya Gebirge in Nepal
Bergsteigen im Himalaya Gebirge in Nepal

Wir können die unteren Teile einiger 8000er Berge sehen und tatsächlich auch bis nach Indien. Aber die Sicht wird leider mit der Zeit nicht besser und dann wird das mit dem Everest wohl nichts.