Fahrt immer Richtung Kakao und Regenwald

Immer Richtung tropischer Regenwald

Diesmal gibt es weniger Fotos aber dafür zwei kleine Videos von der Fahrt in das Kakaogebiet.

Kakao wächst nicht in der Nähe der Hauptstadt Abidjan also mache ich mich auf nach Soubré – eine Stadt Mitten im Kakaogürtel im Süd-Westen der Elfenbeinküste. Die richtige Arbeit des Agroforst Forschungsinstituts passiert hier vor Ort zusammen mit den Landwirten. Im Umkreis von etwa zwei Stunden Fahrt liegen hier alle Kakao Farmen mit denen zusammengearbeitet wird.

Das geht bis zu den Grenzen des Regenwald Nationalparks „Tai“ der 30 Kilometer westlich der Stadt liegt. Der Nationalpark schützt den letzten größeren ursprünglichen Regenwald in der Elfenbeinküste, der sich nur noch über eine Fläche von circa 140 x 50 Kilometern erstreckt. Damit nicht auch der Rest des Urwaldes abgeholzt wird arbeitet man hier auch speziell mit den Landwirten zusammen, die in den angrenzenden Gebieten Kakao anbauen.

Unterschiedliche Abschnitte der Fahrt von Abidjan nach Soubré – Video

Hier stelle ich euch ein bisschen die unterschiedlichen Abschnitte der Fahrt vor, damit ihr euch passend zum Video in die jeweiligen Situationen hineinversetzen könnt. Später bin ich in dem Abschnitt Felder am Straßenrand zeigen die Vielfalt an Lebensmitteln auch ein bisschen mehr auf die einzelnen Pflanzen eingegangen, die man so am Straßenrand sehen konnte

Stadtverkehr in Abidjan

Los geht’s mit Dosso, der mich die halbe Strecke nach Soubré fahren wird. Es dauert seine Zeit bis wir aus dem Stadtgebiet raus sind. Direkt an der großen Straße irgendwo unter einer Brücke mit notdürftigen Unterkünften aus Planen sammeln wir noch einen Mitarbeiter ein. Die Stelle ist dabei gefühlt so ungeeignet, wie man halt jemanden mitten auf der Autobahn am Seitenstreifen einsammelt. Ich bin ziemlich überrascht, dass da überhaupt jemand einsteigt. Die zweite, die wir mitnehmen ist Leah und die holen wir immerhin an einer Tankstelle ab. Sie arbeitet mit den „pépinières“ da werden die kleinen Kakaobäumchen aufgezogen.

Kakao Baumschule
Kakao Baumschule

Autobahn in der Elfenbeinküste

Ich hatte schon vorher auf der Karte gesehen, dass es eine Autobahn gibt aber dass sie so gut in Schuss ist hätte ich nach meinen Straßen Erfahrungen im Niger nicht gedacht. Hier geht’s zweispurig mit komfortablen 120 km/h gut voran. Im Gegensatz zu unseren Autobahnen sind hier auf dem Seitenstreifen sowohl Fahrräder als auch Fußgänger unterwegs und alle paar Kilometer wird er auch zum Parken benutzt.

Unterwegs kommen uns schon die ersten Laster mit riesigen Tropenholz Stämmen entgegen – aus Richtung Regenwald.

Im Auto wird ausführlich über Hochzeit und das ganze drum herum diskutiert. Das alle dabei quasi gleichzeitig reden hilft nicht wirklich dabei der Unterhaltung gut folgen zu können. Lustig ists aber immer wenn einer in brüllendes Gelächter ausbricht. Das machen die hier mit so einer ungenierten Öffentlichkeit und Lautstärke, dass man direkt mitlachen muss.
So fahren wir mit unserem Pick-up mit 120 über die Autobahn und spätestens alle 15 Minuten bricht das gesamte Auto in schallendes Gelächter aus, falls ich folgen konnte mir inklusive.

Viel los an der Autobahn Abfahrt

Plötzlich kommt noch mehr Leben auf die Autobahn als einem als Fahrer lieb ist. Jetzt stehen ganze Menschen Gruppen und Busse auf dem Seitenstreifen. Teilweise haben sich Sitzgruppen gebildet und dazwischen laufen Mädels die was zu essen verkaufen. Dann versteh ich auch warum hier so viel los ist. Es ist einfach eine Abfahrt in der Nähe, anscheinend der perfekte Ort um auf dem Seitenstreifen Rast zu machen. Vielleicht hofft man hier dass die Autofahrer ein bisschen mehr als sonst aufpassen und man nicht beim Mittagessen umgefahren wird.

Auf der Landstraße unterwegs

Auch hier sind direkt auf der Straße Leute zu Fuß unterwegs, was hier noch gefährlicher scheint als auf der Autobahn. Die Straße ist noch schmaler und es wird in absolut keinster Weise den Fußgängern ausgewichen, im Gegensatz zu den Schlaglöchern. Man tut also anscheinend gut daran entgegen der Fahrtrichtung zu laufen um Notfalls in die Rabatten springen zu können. Ich finde es krass aber vermutlich ist die Straße einer der wenigen direkten Verbindungen die somit auch für Fußgänger ein bisschen alternativlos ist.

Umsteigen und Mittagspause mit Fisch

Auf der Hälfte der Strecke treffen wir uns in der Stadt Divo mit einem zweiten Fahrer, der uns entgegen bekommen ist. Für die zweite Hälfte der Strecke wechseln wir also alle das Fahrzeug. Zum Mittag gibt’s in einem Restaurant lecker gegrillten Fisch mit Reis und natürlich scharfer Sauce, ich werde mich an die Schärfe gewöhnen müssen.

Weiter geht’s dann mit Drissa als Fahrer, der mich als ich noch nicht richtig sitze ernst anguckt und mich bittet mich anzuschnallen. Ich bin etwas verblüfft von der Aufforderung, bisher hatte sich hier noch keiner in irgendeiner Weise darum geschert, wenn überhaupt ein Gurt vorhanden war. Kurz darauf merke ich aber auch, dass es hier auf der Strecke eventuell notwendiger ist als sonst.

Tiefe Schlaglöcher

Eigentlich ist die Straße auf der weiteren Strecke auch ziemlich gut. Aber stellenweise erscheinen aus dem Nichts regelrechte Teppiche aus Schlaglöchern. Und das sind heftige und tiefe Löcher, die durch den kompletten Straßenbelag gehen. Wir sind auch auf der Landstraße mit 120 Sachen unterwegs, weswegen man die Schlaglöcher auch erst kurz vorher sieht. Zumindest ein bisschen wird bei den Schlaglöchern abgebremst und der Rest wird durch Reaktionsgeschwindigkeit und ein enormes Fahrgefühl für das Auto kompensiert. Wir werden zwar leicht durch das Lenken hin und her geschaukelt aber ich bin überrascht, dass wir eigentlich nie ein Schlagloch treffen. An manchen Stellen sind auch Bauarbeiter mit Schaufeln unterwegs, die einfach die Löcher notdürftig mit Erde vom Straßenrand füllen. Um die Autofahrer zum langsam fahren zu bringen werden große Grasbüschel auf der Straße drapiert.

Letzte Ortschaft vor der Ankunft am Ziel in Soubré

Nach über 5 Stunden Fahrt haben wir es fast geschafft und durchqueren noch die letzte kleine Ortschaft. Hier wird nochmal kurz Halt gemacht um einen halben Sack Reis und eine riesen Ladung Avocados zu kaufen. In Soubré sei das alles ein bisschen teurer, also wenn wir schon mal hier sind wird gleich ordentlich eingekauft.

Willkommen in Soubré – hier geht für mich die Arbeit mit dem Kakao los.

Felder am Straßenrand zeigen die Vielfalt an Lebensmitteln

Im Vorbeifahren schaue ich mir die Felder am Straßenrand an. Wie in der gesamten Naturveränderung auf der Strecke sieht man auch hier einen Wandel der landwirtschaftlichen Kulturen.

Nah an der Stadt Abidjan sehe ich sehr viele Plantagen mit Gummibäumen und Ölpalmen, teilweise sind auch Bananen und Cassava dabei. Auch im Vorbeifahren sieht man die angeritzte Rinde und die Auffangbehälter, die an den Gummibäumen befestigt sind. Seltener sind auch Kokosnuss Plantagen zu sehen und in den feuchteren Gebieten in den Senken auch Reisfelder.

Zwischenzeitlich fahren wir auch durch ein Dorf, wo anscheinend grade die komplette Ingwer Ernte zusammengetragen wurde. Ich konnte nur staunen, der Ingwer türmte sich auf einem circa 1,5m großen Haufen.

Auf der zweiten Hälfte der Fahrt sieht man immer mehr den Wandel hin zum Wald mit vereinzelt riesigen Bäumen. Immer wieder tauchen aber auch sauber in Reihe gepflanzte Gummibäume auf. Und langsam merkt man auch, dass wir uns in das größte Kakao Anbaugebiet der Elfenbeinküste bewegen. Ich entdecke immer mehr Kakaoplantagen, deren Spitzen mit den jungen Blätter leicht rötlich leuchten. Oft mischen sich in den Plantagen verschiedenste Bäume und Bananenstauden, das wird dann als Agroforst bezeichnet.

Tropische Kulturen am Straßenrand – im Video

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